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Parodontologie

Par­odon­ti­tis ist eine ent­zünd­li­che Erkran­kung des Zahn­betts, bei der der Zahn­hal­te­ap­pa­rat abge­baut wird. Her­vor­ge­ru­fen wird sie durch beson­de­re Kei­me und Bak­te­ri­en, die sich im Zahn­be­lag, in ver­kalk­ten Abla­ge­run­gen am Zahn­fleisch­rand und in der Zahn­fleisch­ta­sche befin­den. Die Bak­te­ri­en son­dern Gift­stof­fe ab, die in einer Zahn­fleisch­ta­sche eine Ent­zün­dung verursachen.

Ers­te Anzei­chen einer Par­odon­ti­tis sind meist Zahn­fleisch­blu­ten und Mund­ge­ruch, das Zahn­fleisch ist gerö­tet und geschwol­len (Gin­gi­vi­tis). Bleibt dies unbe­han­delt, kommt es dann im wei­te­ren Ver­lauf zum Rück­gang von Zahn­fleisch und Kno­chen und somit zu einer irrever­si­blen Schä­di­gung des Zahn­hal­te­ap­pa­ra­tes, die Zäh­ne lockern sich. Daher ist es wich­tig schon ers­te Anzei­chen ernst zu neh­men und behan­deln zu lassen.

Die Par­odon­ti­tis ist nicht nur eine Gefahr für die Zäh­ne, son­dern für den gesam­ten Orga­nis­mus, die schwer­wie­gen­de gesund­heit­li­che Fol­gen haben kann. Sta­tis­ti­sche Unter­su­chun­gen haben erge­ben, dass durch Par­odon­ti­tis jen­seits des 40. Lebens­jah­res mehr Zäh­ne ver­lo­ren gehen als durch Karies.

Nach neu­es­ten Unter­su­chun­gen för­dern par­odon­ti­tis-asso­zi­ier­te Kei­me schwe­re Erkran­kun­gen, denn Bak­te­ri­en, die sich in ent­zün­de­ten Zahn­fleisch­ta­schen befin­den, kön­nen von dort aus unbe­merkt in die Blut­bahn gelangen.

Wis­sen­schaft­lich nach­ge­wie­sen sind heu­te bereits Zusam­men­hän­ge zwi­schen Par­odon­ti­tis und Herz‑, Kreis­lauf- und Gefäß­er­kran­kun­gen. Die Par­odon­ti­tis ist ein gleich hoher Risi­ko­fak­tor für Herz­in­fark­te, wie das Rauchen.

Bei schwan­ge­ren Frau­en ist das Risi­ko einer Fehl- oder Früh­ge­burt um das 6 — 7‑fache erhöht!

Sys­te­ma­ti­sche Parodontalbehandlung:
Die Behand­lung der Par­odon­ti­tis ist kei­ne Stan­dard­the­ra­pie, son­dern immer ein indi­vi­du­ell aus­ge­rich­te­ter Behand­lungs­plan in meh­re­ren Stu­fen. Ziel ist es, Ent­zün­dungs­frei­heit zu errei­chen, das Risi­ko des Zahn­ver­lus­tes zu mini­mie­ren und in beson­ders pro­ble­ma­ti­schen Fäl­len wenigs­tens die Lebens­dau­er der Zäh­ne etwas zu verlängern.Grundlage der Par­odon­tal­be­hand­lung ist eine inten­si­ve Vor­be­hand­lung in Form einer pro­fes­sio­nel­len Zahn­rei­ni­gung, Auf­klä­rung und Moti­va­ti­on des Patienten.

Zwei bis drei Wochen nach Abschluß der Vor­be­hand­lung beginnt die eigent­li­che The­ra­pie mit Rei­ni­gung und Glät­tung der Wur­zel­ober­flä­chen, Ent­fer­nen von ent­zünd­li­chem Gewe­be und Abla­ge­run­gen und even­tu­el­lem Remo­del­lie­ren des Zahn­fleisches. In der moder­nen Zahn­heil­kun­de erfolgt dies mit Hoch­fre­quenz-Ultra­schall­ge­rä­ten äußerst gewe­be­scho­nend und schmerzfrei.An Zäh­nen mit stär­ke­rem Kno­chen­ab­bau kön­nen zusätz­lich rege­ne­ra­ti­ve Maß­nah­men zum Wie­der­auf­bau des Kno­chens auf ope­ra­ti­vem Wege durch­ge­führt werden.

Regel­mä­ßi­ge Nach­un­ter­su­chun­gen und die Ein­bin­dung des Pati­en­ten in ein eng­ma­schi­ges und kon­se­quen­tes Pro­phy­la­xe-Pro­gramm sind der bes­te Weg um das Wie­der­auf­flam­men der Par­odon­ti­tis zu ver­mei­den. Jede auch noch so gute Par­odon­tal­be­hand­lung kann nur eine "Pseu­do­ge­sund­heit" errei­chen, die unbe­auf­sich­tigt wie­der zum Aus­bruch der Erkran­kung führt.

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